The Hydroponic Water Advantage von Jeff M. Brewer zeigt, wie analytische Wasseruntersuchungen dabei helfen können, Hydroponik-Systeme besser zu verstehen und gezielt zu optimieren.
Was passiert, wenn analytische Chemie auf Hydroponik trifft? In seinem neuen Buch The Hydroponic Water Advantage: A Practical Guide to Source Water, Water Testing, and Better Plant Performance widmet sich der analytische Chemiker und membraPure-Berater Jeff M. Brewer einem der wichtigsten – und häufig unterschätzten – Faktoren für erfolgreiche hydroponische Kulturen: der Wasserchemie.
Auf Basis seiner langjährigen Erfahrung in der analytischen Chemie und Wasseranalytik vermittelt Jeff fundiertes Laborwissen praxisnah und verständlich. Das Buch richtet sich an Anwender, die besser verstehen möchten, was tatsächlich in ihren hydroponischen Systemen passiert – anstatt sich ausschließlich auf sichtbare Symptome, standardisierte Nährstoffpläne oder Versuch und Irrtum zu verlassen.
Entscheidend ist, was im Wasser passiert
Im Mittelpunkt von The Hydroponic Water Advantage steht ein einfacher Gedanke: Das Wasser im Nährstoffreservoir liefert wertvolle Informationen über den Zustand des Systems.
Pflanzengesundheit und Nährstoffaufnahme werden nicht nur von den zugesetzten Nährstoffen beeinflusst. Auch die Zusammensetzung des Ausgangswassers, der pH-Wert, die elektrische Leitfähigkeit (EC), das verwendete Substrat und insbesondere die Konzentrationen und Verhältnisse einzelner Ionen spielen eine entscheidende Rolle.
Das Buch stellt dazu einen dreistufigen Ansatz vor:
- Das hydroponische System und seine Eigenschaften verstehen – von Deep Water Culture (DWC) und Nutrient Film Technique (NFT) bis hin zu Aeroponik und vertikalen Anbausystemen.
- Gezielte analytische Untersuchungen durchführen, abgestimmt auf die jeweilige Entwicklungsphase der Pflanzen und die Anforderungen des Systems.
- Die Wasserchemie interpretieren und die Nährstoffversorgung gezielt steuern, indem pH- und EC-Messungen mit detaillierten Informationen zu den Konzentrationen einzelner Ionen kombiniert werden.
Anstatt erst dann zu reagieren, wenn Mangelerscheinungen sichtbar werden, können so Entwicklungen und mögliche Ungleichgewichte frühzeitig erkannt und gezielte Anpassungen vorgenommen werden.
Mehr als pH und EC: Ionenchromatographie in der Hydroponik
pH-Wert und elektrische Leitfähigkeit liefern wichtige Informationen über ein hydroponisches System. Sie zeigen jedoch nicht, welche einzelnen Ionen vorhanden sind und in welcher Konzentration. Genau hier bietet die Ionenchromatographie einen entscheidenden Mehrwert.
In seinem Buch stellt Jeff den membraPure IONUS Ionenchromatographen als Instrument für die detaillierte Ionenanalyse vor. IONUS ermöglicht die Analyse von Anionen und Kationen und liefert damit Konzentrationsdaten einzelner Ionen, die ein wesentlich differenzierteres Bild der Wasser- und Nährstoffzusammensetzung ermöglichen.

Für hydroponische Anwendungen lassen sich damit Fragen beantworten, die allein anhand von pH- oder EC-Werten nicht eindeutig geklärt werden können: Liegt tatsächlich ein Mangel eines bestimmten Nährstoffs vor – oder beeinträchtigt ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Ionen dessen Aufnahme? Bringt bereits das Ausgangswasser relevante Ionenkonzentrationen in das System ein, die bei der Nährstoffversorgung berücksichtigt werden müssen?
Kurz gesagt: Nicht nur Symptome betrachten, sondern das gesamte System analysieren.
Vom Ausgangswasser bis zur Systemstabilität
Über die Ionenchromatographie hinaus betrachtet The Hydroponic Water Advantage die gesamte Wasserchemie eines hydroponischen Systems. Zu den behandelten Themen gehören:
- Unterschiede zwischen Umkehrosmosewasser (RO), Leitungswasser und Brunnenwasser,
- Wechselwirkungen zwischen pH-Wert, EC und den Verhältnissen einzelner Ionen,
- die Identifizierung von Nährstoffmängeln mithilfe analytischer Daten,
- der Einfluss von Substraten wie Kokosfasern, Steinwolle, Perlit und Blähton,
- der Einsatz von Total Organic Carbon (TOC) und Oxidations-Reduktions-Potenzial (ORP) als zusätzliche Indikatoren für den Systemzustand,
- sowie besondere Anforderungen vertikaler Anbausysteme und kompakter Pflanzenkulturen.
Damit schlägt das Buch eine Brücke zwischen Laboranalytik und den Herausforderungen des hydroponischen Anbaus und zeigt, wie ein besseres Verständnis der Wasserchemie zu stabileren und besser kontrollierbaren Systemen beitragen kann.
Zusammenarbeit mit Fokus auf praxisnaher Ionenanalytik
Wir freuen uns besonders, dass IONUS in Jeffs Buch vorgestellt wird, denn dies spiegelt auch den Grundgedanken unserer Zusammenarbeit wider: analytische Chemie für konkrete Anwendungen nutzbar und verständlich zu machen.
Jeff arbeitet gemeinsam mit membraPure an ionenchromatographischen Anwendungen, unter anderem zur Bestimmung von Anionen und Kationen in Trink- und Oberflächenwasser mit IONUS. In seinem neuen Buch überträgt er diese analytische Expertise auf ein völlig anderes Anwendungsgebiet und zeigt damit, welche Bedeutung eine detaillierte Wasseranalyse auch außerhalb klassischer Laboranwendungen haben kann.
Wir gratulieren Jeff herzlich zur Veröffentlichung von The Hydroponic Water Advantage und freuen uns, dass membraPure-Technologie Teil eines Fachbuchs ist, das Anwender dazu ermutigt, weniger zu vermuten und stattdessen die Wasserchemie sprechen zu lassen.
Das englischsprachige Buch The Hydroponic Water Advantage: A Practical Guide to Source Water, Water Testing, and Better Plant Performance von Jeff M. Brewer ist ab sofort über Amazon erhältlich.